Bücher über die Gesellschaft Ägyptens von heute - Autobiografien

Himmel

Mein Abschied vom Himmel

Der 1972 in einem kleinen Dorf bei Kairo geborene Hamed Abdel-Samad studierte Fremdsprachen, verließ Ägypten und hat eine beachtliche berufliche Karriere hingelegt. Heute lebt der Autor in München. Kaum zu glauben, wie offen Abdel-Samad über Gewalt, Unterdrückung, zweifelhafte Moral, Sexualität und Tabus schreibt. Seine Entwicklung nahm im 5. Lebensjahr eine Wendung, nachdem er von einem Jugendlichen vergewaltigt wurde. Die fehlende Aufarbeitung dieses Erlebnisses beeinflußte maßgeblich seine Beziehungsfähigkeit und führte letztlich sogar zum Aufenthalt in der Psychiatrie. Das Buch klingt wie eine schonungslose Abrechnung mit der ägyptischen Gesellschaft und den verheerenden Auswirkungen der herrschenden Doppelmoral. Spannend, kaum zu glauben und v.a. für alle geeignet, die ein allzu romatisches Bild vom Land am Nil haben! 2010, Knaur Taschenbuch, 303 S., € 9,90.

 

Heiraten

Ich will heiraten - Partnersuche auf Ägyptisch

Ghada Abdelaal ist inzwischen Dreissig, promovierte Pharmakologin und beschreibt in ihrem Buch die Schwierigkeiten einer Salonheirat, also einer vermittelten Ehe-Anbahnung, bei der Gefühle die untergeordnete Rolle spielen. Insgesamt lässt sie an der Vorstellung von 10 absurden Heiratskandidaten teilhaben und hält aber auch nicht demit hinter dem Berg, wie übertrieben auch die potentiellen Bräute reagieren. Dazwischen liest man jeweils einen Artikel über verschiedene, der Autorin wichtige Themen, z.B. über ihre Gründe, überhaupt heiraten zu wollen, das Thema "Alte Jungfer" oder anderes, für ägyptische Frauen und Mädchen wichtiges. Unterhaltsam (manchmal auch etwas flapsig) geschrieben, gibt die selbstbewußte, ziemlich modern eingestellte Autorin einen hervorragenden Einblick, was es heißt, unter dem Druck zu stehen, einen Mann finden zu müssen. 2010, Lenos Verlag, 218 S.

 

 

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